Nordirlandkonflikt Brexit

Der Nordirland Konflikt – Flammt er wieder auf?

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Durch den Brexit ist Großbritannien kein Teil mehr der EU. Das bedeutet, dass es bald wieder Grenzen bzw. Kontrollen geben wird. Am meisten davon betroffen ist die 499 km lange und einzige Landgrenze des Vereinigten Königreiches zwischen Nordirland und der Republik Irland. Aber das ist nicht nur irgendeine Abgrenzung. Sie symbolisiert die Lösung eines lange andauernden Gewaltkonfliktes innerhalb der EU, der nun seit 20 Jahren wieder dorht auszubrechen.

Durch den Brexit ist Großbritannien kein Teil mehr der EU. Das bedeutet, dass es bald wieder Grenzen bzw. Kontrollen geben wird.

Am meisten davon betroffen ist die 499 km lange und einzige Landgrenze des Vereinigten Königreiches zwischen Nordirland und der Republik Irland.
Aber das ist nicht nur irgendeine Abgrenzung. Sie symbolisiert die Lösung eines lange andauernden Gewaltkonfliktes innerhalb der EU, der nun seit 20 Jahren wieder dorht auszubrechen.

Geschichte

Im 12. Jahrhundert haben britische Könige die Herrschaft in Irland übernommen. Aufgrund wiederholter Unruhen wurden im Norden systematisch Engländer und Schotten angesiedelt, die das Gebiet bevölkern sollen.

1920 zieht Großbritannien zum ersten Mal eine feste Grenze.

Jetzt gibt es die Republik Irland (Katholisch; Patriotistisch; Pro-Unabhängigkeit) und Nordirland (Protestantisch; Pro-Großbritannien). Irland wird 1921 unabhängig, während Nordirland Teil des Vereinigten Königreiches bleibt.

Seitdem es eine Grenze gibt, ist ein Handelskrieg ausgebrochen. Beide Seiten versuchen die andere durch Strafzölle zu schwächen.

Gewalt

Ab 1960 hat sich langsam ein Übergang zu offener Gewalt vollzogen.
In Nordirland bricht ein Konflikt zwischen radikalen Gruppen aus.

Nationale paramilitärische Untergrundarmeen (z.B. die IRA – Irisch Republican Army) wollen beweisen, dass Nordirland zu Irland und nicht zu Großbritannien gehört. Die Briten werden als Unterdrücker patriotistischer Irländer gesehen. Man nennt diese Gruppierungen auch Nationalisten.

Auf der anderen Seite gibt es die Unionisten. Diese leisten Widerstand, da sie ihrer Zugehörigkeit zum Vereinigten Königreich verteidigen wollen.

Es herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Straßenkämpfe und Autobomben stehen an der Tagesordnung.
Als Reaktion darauf schickt London Truppen nach Nordirland. Diese werden aber ebenso von radikalen nationalistischen Gruppierungen attackiert.

Die Grenze wird von den Nationalisten als Symbol für die britische Besatzung interpretiert, sodass es dort vermehrt zu Anschlägen kommt. Daraufhin werden diese mit Wachtürmen, Mauern und britischen Soldaten verstärkt. Es wurden Kontrollen eingeführt, sodass eine harte Grenze entstanden ist.

Die Gewalt hat 30 Jahre angehalten und über 3.600 Menschen das Leben gekostet. Einer der tragischen Höhepunkte war der „Bloody Sunday“. Dort haben britische Soldaten unbewaffnete und friedlich-katholische Demonstranten blutig niedergeschossen.

Ende der Gewalt

1998 treffen sich Vertreter unionistischer und nationalistischer Parteien, um ein historisches Friedensabkommen auszuhandeln.
Folgender Kompromiss konnte geschlossen werden:

Nordirland soll Teil des Vereinigten Königreiches bleiben. Allerdings haben die Bewohner die Möglichkeit, sich für die irische oder die britische Staatsbürgerschaft zu entscheiden. Des Weiteren besteht in Zukunft die Möglichkeit für Nordirland, der Republik Irland beizutreten.
So sind beide Seiten zufrieden und unabhängig.

Bekannt wurde dieser Deal als „Good Friday Agreement“.

Nun gab es keine harte Grenze mehr und die britischen Soldaten sind aus der Region verschwunden.
Der Kompromiss hat der Gewalt ein Ende gesetzt und Grenzen unsichtbar gemacht. Aber auch die Tatsache, dass das Vereinigte Königreich und die Republik Irland in der EU sind, hat den Friedensprozess maßgeblich beeinflusst.

Doch das droht nun alles zu scheitern.

Brexit

Im Juni 2016 haben die Bürger des Vereinigten Königreiches darüber abgestimmt die EU zu verlassen. Bekanntermaßen war eine kleine Mehrheit dafür.

Bei den Verhandlungen mit der Europäischen Union war das Problem der irischen Grenze einer der Hauptprogrammpunkte.

Es gibt verschiedene Optionen das Problem zu lösen:

Harte Grenze
Jetzt würden sich allerdings die Nationalisten in Nordirland eingesperrt fühlen.

„Wir werden nicht zu einer harten Grenze zwischen Irland und Nordirland zurückkehren.“

Theresa May

Nordirland zählt nicht als offizielle Außengrenze von Großbritannien
Nun würden sich aber die Unionisten betrogen fühlen.

„Der Vorschlag, dass es eine Grenze entlang der Irischen Gewässer geben soll, die Nordirland von dem Rest des Vereinigten Königreiches trennt, ist komplett inakzeptabel.“

Theresa May

Das Vereinigte Königreich bleibt in der Customs Union. Dies wiederum passt den Brexit Anhängern nicht.

„Wir werden nicht Teil der Cutoms Union sein […], denn wenn wir es wären, würde es uns daran hindern einer unabhängigen Handelspolitik zu folgen.“

Theresa May

Die Verantwortlichen wissen zum Teil selber nicht, was sie wollen.
Und mit der zusätzlichen Belastung durch die Coronakrise, verstärkt sich das Problem noch weiter.

Als „versteckte“ Option gilt auch noch die Vereinigung von Nordirland und Irland.

Fazit

Ein No-Deal wäre besonders für die Republik Irland ein Desaster, da viele irische Unternehmen abhängig von dem Handel mit Großbritannien sind. Eine harte Grenze würde diese Handelsbeziehungen (weil es eine EU Außengrenze wäre) maßgeblich behindern.

Viele Iren fühlen sich als Kollateralschaden.

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