Nahostkonflikt

Der Nahostkonflikt

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Dieser Ausdruck sollte jedem ein Begriff sein, der hin und wieder Nachrichten schaut. Der Nahostkonflikt ist ein allseits präsentes Problem, das seinen Ursprung schon vor dem Ersten Weltkrieg hat und bis heute andauert. Unterschieden werden muss aber zwischen dem Nahostkonflikt: politische und militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina und dem Konfliktraum Naher Osten: andauernde Konflikte zwischen den Ländern des geologischen Raumes „Naher Osten“.

Dieser Ausdruck sollte jedem ein Begriff sein, der hin und wieder Nachrichten schaut. Der Nahostkonflikt ist ein allseits präsentes Problem, das seinen Ursprung schon vor dem Ersten Weltkrieg hat und bis heute andauert. Unterschieden werden muss aber zwischen dem Nahostkonfliktpolitische und militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und Palästina und dem Konfliktraum Naher Ostenandauernde Konflikte zwischen den Ländern des geologischen Raumes „Naher Osten“.

Probleme im Nahen Osten

Kolonialgeschichte – Staaten als Kunstprodukte

Nahostkonflikt 1

Staaten wurden in der Zeit des Imperialismus von europäischen Mächten (besonders Frankreich und Großbritannien) einfach auf einem Reißbrett eingezeichnet. Durch diese willkürlichen Grenzziehungen wurden Menschen in ein gemeinsames Land „gezwungen“, obwohl sie weder die gleiche Religion noch Kultur haben. Eindrucksvoll kann man das am Beispiel Ägypten sehen.

Umweltbedingungen

Zu den Umweltbedingungen zählen Wassermangel in der von Wüsten geprägten Region und der daraus Resultierende Wegfall von fruchtbarer Ackerfläche, sowie die ungleiche Verteilung von Rohstoffen – besonders Öl. Durch die willkürlichen Grenzziehungen kann es passieren, dass zwei Länder, die direkt nebeneinanderliegen, komplett unterschiedliche Ölvorkommen besitzen. Arm und Reich ist somit nur durch eine erfundene Grenze getrennt.

Religion

Religiöse Konflikte stehen im Nahen Osten an der Tagesordnung. Im Islam gibt es die Streitigkeiten zwischen den Schiiten und den Sunniten – zwei islamische Konfessionen. Ein anderes religiöses Problem ist der Hass der Araber auf Juden. Israel wird als „Fremdkörper“ im Nahen Osten empfunden.

Auch ethnische Probleme wie der Streit zwischen Türken, Arabern und Persern (Iran) prägt die Region.

Geostrategische Lage

Der Nahe Osten ist das Bindeglied zwischen zwei Kontinenten. Er verbindet Afrika mit Asien. Des Weiteren befindet sich dort mit dem Suezkanal eine elementare Schiffahrtshandelsroute, durch die man sich den Weg um Afrika herum spart und stattdessen eine direkte Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean hat. Am Bosporus (Istanbul) befindet sich die Schnittstelle zum Schwarzen Meer.

Auch der Luftraum ist von entscheidender Bedeutung. Wer den persischen Golf kontrolliert, kontrolliert die weltweite Ölversorgung.

Indien vs. Pakistan

Auch dieser Konflikt flammt immer wieder auf. Vereinfacht gesagt streiten sich die Staaten um die Region Kaschmir. Zusammen waren sie einmal britische Kolonie und haben sich danach aufgespalten. Beide Länder sind Atommächte.

Erster Weltkrieg

Im 1. WK (1914-1918) war Großbritannien 1915 kurz vor der Staatspleite. Um dies zu verhindern, und weiter den Krieg bestreiten zu können hat sich die britische Regierung Geld von reichen jüdischen Kaufleuten/Banken geliehen. Als Gegenleistung wollten die Menschen jüdischen Glaubens ihr eigenes Land haben. GB sollte sie dabei unterstützen das „Land der Väter“, im Gebiet Palästina, für sich zu gewinnen.

Das Problem hierbei war aber, dass die Briten gleichzeitig den Arabern versprochen haben ihnen bei der Errichtung eines „Großarabischen Reiches“ zu helfen, wenn sie für sie gegen die Osmanen kämpfen. (Der Nahe Osten war zu der Zeit Teil des Osmanischen Reiches, was auf der Seite von Deutschland, als der Seite der Kriegsverlierer, stand.)

1916 wurde mit dem Sykes-Picot-Abkommen eine Neuordnung des Nahen Ostens durch Frankreich und Großbritannien bestimmt. GB hatte ein Mandat, um die Region Palästina zu verwalten.

1917 gibt GB mit der Belfour-Deklaration sein Einverständnis für die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstädte in Palästina.

Zionismus

Der Zionismus war eine religiös-politische Bewegung der Juden, um in das „Land der Väter“ (von Gott ausgewählt) zurückzukommen. Der Wiener Journalist Theodor Herzl hatte die Bewegung Anfang des 20ten Jhd. ins Leben gerufen. Sie diente als Reaktion auf die Diaspora (erzwungene Verstreuung der Juden in der Welt), um wieder einen eigenen Staat für die Juden zu haben.

Das Problem aber war, dass dort seit vielen Generationen arabische Familien lebten, die sich dort Land gepachtet und Ackerbau betrieben haben.

Reiche Juden sind also zu den Großgrundbesitzern in die Städte gegangen und haben „legal“ den armen Menschen den Boden unter den Füßen weggekauft. Das hat immer mehr zu Konflikten geführt. Beide erheben einen Anspruch auf das Land.

Gründung Israels

Die Juden verdrängen immer mehr die Palästinenser und die Briten schauen nur zu. Das hat die arabische Nationalbewegung beflügelt und auch deutlichen Hass gegen GB/Juden entfacht. Als Reaktion darauf verhängt GB 1939 ein Einreiseverbot für Juden nach Palästina. Jetzt sind auch die Juden sauer auf die Briten. Dieser Einreisestopp war insofern problematisch, da in Nazideutschland ab 1938 mehr Gewalt gegen Juden eingesetzt wurde und so eigentlich viele auswandern wollten.

Das Verbot blieb sogar bis nach 1945 (Ende 2. WK) bestehen. Den Höhepunkt hat es erreicht, als das Passagierschiff „Exodus“ mit 4.500 Konzentrationslagerüberlebenden nicht anlegen konnte und sogar angegriffen wurde. Als Reaktion darauf ging ein Aufschrei durch die Weltöffentlichkeit, da noch jeder von der Grausamkeit des Antisemitismus geschockt und deswegen aufseiten der Juden war.

Letztendlich war es Großbritannien zu viel. Dementsprechend haben sie das Mandat an den Völkerbund (wird 1946 zur UNO) abgegeben.

UN-Teilungsplan 1947

Nahostkonflikt 2
UN Teilungsplan, 1947

Dieses theoretische Modell einer Zwei-Staaten-Lösung wurde sofort von beiden Seiten abgelehnt und nie in die Tat umgesetzt. Das Problem war, dass keine Seite Gebiete abgeben wollte, die Juden Jerusalem als Hauptstadt wollten (wäre in palästinensischem Gebiet gelegen) und der jüdische Teil zwar größer war, jedoch aber fast nur aus Wüste bestand.

Staatsproklamation Israels

Am 14.05.1948 ruft der damalige Ministerpräsident David Ben-Gurion den Staat Israel aus. Dadurch verlieren auf einen Schlag viele Araber ihre Heimat, da sie jetzt in „israelischem Gebiet“ leben würden.

Israel Naher Osten
Staatsflagge Israels

Die arabischen Nachbarn haben die Staatsgründung nicht anerkannt. Geklappt hat es aber trotzdem, da die beiden Weltmächte im bipolaren Machtsystem des Kalten Krieges – die USA und die UdSSR – Israel anerkannten.

Als Folge darauf aber haben die arabischen Nachbarländer noch in der Nacht einen Angriff auf Israel gestartet (1. Nahostkrieg). Israel gewinnt diesen „Unabhängigkeitskrieg“, obwohl sie eigentlich total unterlegen waren. Allein durch die Motivation, für ihr eigenes Land zu kämpfen, hatten die Juden einen Vorteil. Das Problem aber war, dass es nun auf einen Schlag zahlreiche arabische Flüchtlinge gab, die Rache wollten. Diese lebten an den Rändern Israels in Flüchtlingslagern unter menschenunwürdigen Bedingungen.

Gründung der PLO

1964 wurde die PLO (Palestine Liberation Organization / Palästinensische Befreiungsorganisation) gegründet. Dadurch hatten die Palästinenser nun endlich ein gemeinsames Sprachrohr. Ihr Ziel war ein freier Staat Palästina. Außerdem nutzten sie den Terror als Gewalt gegen Israel (Guerillakrieg als einziges Mittel). Nun sieht die Welt die Araber aber als Terroristen an.

Erste Intifada

Als Intifada bezeichnet man eine Art Bürgerkrieg. 1987, als Ausdruck der Hoffnungslosigkeit, greifen die Palästinenser Israel an. Unterstützt werden sie dabei von ihren arabischen Nachbarn. Die bürgerkriegsähnlichen Zustände schaden ihnen aber mehr, als sie nützen und als Folge darauf, bricht die 1. Intifada wieder zusammen.

PLO schwört Terrorismus ab

1988 schwört die PLO dem Terrorismus ab, da sie eingesehen haben, dass ein freier Staat Palästina ohne Israel nicht möglich ist. (Kompromisslösung)

Allerdings sind nicht alle PLO Mitglieder damit einverstanden, sodass sich ein radikaler islamisch-fundamentalistischer Flügel abspaltet, der weiterhin Terrorismus als Mittel verwendet – die Terrororganisation HAMAS. Letztendlich hat es der PLO nichts genützt, weil Israel immer noch nicht mit Terroristen verhandeln will.

Osloer Prinzipienerklärung

1993 treffen sich Vertreter von Israel und Palästina unter der Leitung der USA (Bill Clinton), um Bedingungen für den Frieden zu bestimmen. Abgemacht wurde, dass es keine weitere Intifada geben darf und Israel den Siedlungsbau (Expansion des Gebietes) stoppen muss.

Allerdings hat sich daran wieder keiner gehalten.

Zweite Intifada

Als Reaktion auf die 2. Intifada (2000) wurde vom Nahostquartett (UNO, USA, EU und Russland) die „Roadmap to peace“ ins Leben gerufen. Diese sieht eine Zwei-Staaten-Lösung vor, klappt aber wieder nicht.

Gegenwart

Der Streit zwischen Israel und Palästina, der auch als „ewiger Konflikt“ bezeichnet wird, hält die Region schon viel zu lange in Atem. Trotzdem sieht es nicht so aus, als ob dieser sich in nächster Zeit lösen lassen würde, da beide sich auf ihre historischen Ansprüche berufen und es auf beiden Seiten radikale Gruppen gibt, die die jeweils anderen nicht akzeptieren.

2005 hat Israel sich aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen und dort alle Siedlungen abgebaut. Daraufhin hat die HAMAS das Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht und schießt seitdem von dort aus auf Israel.

Israels Beweis, dass ein Frieden mit Palästina nicht möglich ist.

Die Siedlungen Israels im Westjordanland bleiben aber bestehen, was nach internationalem Recht illegal ist.

Palästinas Beweis, dass Israel ihnen keinen eigenen Staat zugestehen will.

Trumps Nahostplan

Trumps Nahostplan sieht Folgendes vor:

  • Zwei-Staaten-Lösung
  • Ost-Jerusalem als palästinensische Hauptstadt
  • Jerusalem als Hauptstadt Israels
  • USA erkennen Siedlungsgebiete im Westjordanland an
  • Vier Jahre Siedlungsbaustopp
  • Jordantal unter israelischer Kontrolle

 

Die Reaktionen darauf hätten unterschiedlicher nicht sein können.

„Deal des Jahrhunderts.“

Israel

„Ohrfeige des Jahrhunderts.“

Palästina

Das Problem ist das Trumps Plan, obwohl er eine Zwei-Staaten-Lösung vorsieht, immer noch sehr einseitig ist. Dieser pro israelische Plan, den Trump nur mit dem israelischen Ministerpräsidenten Banjamin Netanjahu verhandelt hat, wird auch keinen Frieden bringen.

Fazit

Dieser Konflikt ist so gut wie unlösbar. Beide Seiten sind davon überzeugt, dass es „ihr Land“ ist und es dem anderen nicht zusteht. Palästina hat bis heute nur einen Beobachterstatus, d.h. es darf bei der Generalversammlung der UN nur teilnehmen aber nicht abstimmen und es ist noch nicht von jedem Land akzeptiert.

Jerusalem kann auch nur einer Seite gehören, obwohl sie aber beide als Heilige Stadt ansehen. (Judentum: Kreuzigungsort Jesu; Islam: Mohammed hier in den Himmel aufgestiegen)

Solange keine Seite ihre Ansprüche zurückstellt, wird dieser Konflikt niemals enden.

 

Für eine weitere detaillierte Analyse können Sie hier klicken.

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