Mikroplastik

Mikroplastik – Die unsichtbare Gefahr

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Plastik hat unsere Welt komplett revolutioniert. Ohne die Erfindung des Chemikers Leo Hendrik Baekland im Jahre 1907 würde unser Leben heute komplett anders aussehen. Synthetisches Plastik (künstlich) (z.B. PET) besteht aus Polymeren (lange Molekülketten). Diese kommen in der Natur häufig vor, aber durch synthetische Herstellung kann man Plastik überragende Eigenschaften aneignen. Hierzu zählen z.B. Leichtigkeit, Langlebigkeit, beliebige Formbarkeit und die einfache industrielle Massenproduktion.

Plastik hat unsere Welt komplett revolutioniert. Ohne die Erfindung des Chemikers Leo Hendrik Baekland im Jahre 1907 würde unser Leben heute komplett anders aussehen.

Synthetisches Plastik (künstlich) (z.B. PET) besteht aus Polymeren (lange Molekülketten). Diese kommen in der Natur häufig vor, aber durch synthetische Herstellung kann man Plastik überragende Eigenschaften aneignen. Hierzu zählen z.B. Leichtigkeit, Langlebigkeit, beliebige Formbarkeit und die einfache industrielle Massenproduktion.

Mittlerweile besteht fast alles in unserem Alltag zumindest zu einem gewissen Teil aus Plastik, wobei die einst glorreiche und revolutionäre Erfindung heute eher zu einem Problem wird. Plastikberge müllen unseren Planeten immer mehr zu, da die durchschnittliche Abbauzeit von Plastik zwischen 500 und 1000 Jahren beträgt, und unsere Abfälle also lange hierbleiben.

Der Widerspruch hierbei ist, dass wir ein solch langlebiges Material für z.B. Verpackungen verwenden, die explizit für einmalige Benutzung ausgelegt sind. (Vgl. Coffee to Go – Becher)

Aber wohin mit dem Plastikmüll? Es werden nur 9% recycelt und 12% verbrannt. Der Rest landet meist in den Weltmeeren und dort wird es bis 2050 mehr Plastik als Fische geben. (Gewicht)

Mikroplastik

Als Mikroplastik werden Plastikteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Diese kommen häufig in Kosmetikartikeln vor, der Großteil aber gelangt in den Ozean. (Mehr als 51 Billionen Mikroplastikteilchen)

Nachgewiesen wurde es sogar in nicht mediterranen Lebensmitteln wie Honig oder Bier. Aber auch im Leitungswasser findet sich Mikroplastik.

Der durchschnittliche Erwachsene nimmt bis zu 32.000 Mikroplastikteilchen pro Jahr zu sich. Außerdem wurde in einer Studie, an der Menschen aus Ländern wie Japan, Italien, Russland, Großbritannien, usw. teilgenommen haben in jeder Stuhlgangprobe Mikroplastik nachgewiesen. Mikroplastik ist nun also auch bittere Realität für uns.

Gesundheitliche Aspekte sind noch kaum erforscht, sodass sich hier nur schwer sinnvolle Schlüsse ziehen lassen. Festzuhalten ist aber, dass Mikroplastik mit relativ großer Sicherheit in irgendeiner Form Einfluss auf uns hat.

Kontrollverlust

Diese Zahlen deuten darauf hin, dass wir die Kontrolle über unser „Wundermittel“ verloren haben.

The Great Pacific Garbage Patch

Dieser 1,6 Quadratkilometer große, schwimmende Müllhaufen im Pazifik ist die größte Ansammlung von Plastik auf der Welt. Er ist dreimal so groß wie Frankreich und besteht aus 80.000 Tonnen Plastik.

Durch UV-Strahlung (Sonne), Wellen, Wind und Meerestiere wird der Müll langsam abgebaut und so erst zu Makro- und dann zu Mikroplastik, das dann von kleinen Meereslebewesen gefressen wird und so langsam aber sicher auch in unseren Körper gelangt.

Biomagnifikation

Das Problem ist, dass kleine Lebewesen wie z.B. Plankton das Mikroplastik aufnehmen und es dadurch immer weiter die Nahrungskette nach oben klettert.

Ein Mikroplastikteilchen in Plankton ist vielleicht noch harmlos, frisst aber ein Fisch eine Mahlzeit mit hundert Plankton, hat dieser hundert Teilchen in sich. Wird dieser Fisch wiederum von einem noch größeren Jäger gefressen, der gleich mehrere Nahrungsquellen braucht, hat dieser tausend potenzielle Mikroplastikteilchen in sich. So geht dieser Effekt immer weiter, bis das Mikroplastik letztendlich die Spitze der Nahrungskette erreicht hat. Endkonsumenten sind dann oft am schlimmsten davon betroffen – dazu zählt auch der Mensch.

Fische können das Plastik nicht verdauen, sodass sie auch oft daran sterben. Isst man als Mensch nun Fisch (ohne Magen), so könnte man denken, dass dort kein Mikroplastik sei. Doch, obwohl noch wenig Forschung dazu existiert, tendiert die Wissenschaft dazu, dass dieses auch bis in Muskel- oder Fettgewebe vordringen kann.

Mittlerweile ist die Verbreitung von Plastik auf der Welt so weit vorangestritten, dass man nur noch mit einer sehr kleinen Wahrscheinlichkeit eine Wasserprobe irgendwo auf der Welt nehmen kann, ohne dort Mikroplastik zu finden.

Warum schafft man Plastik nicht einfach ab?

Das ist gar nicht so leicht, wie es sich anhört.

Zum einen gibt es in unserer auf Plastik ausgelegten Gesellschaft keine bis kaum adäquate Alternativen. Wir sind zu abhängig geworden. Für Ersatzprodukte müssten z.B. Wälder abgeholzt oder weitere Fabriken gebaut werden.

Zum anderen hat Plastik – so widersprüchlich es sich auch anhören mag – eine bessere Umweltbilanz als seine Alternativen. Betrachtet man z.B. eine Plastiktüte und eine Baumwolltasche in der Herstellung, so stellt man fest, dass man die Baumwolltasche mindestens 7.100 Mal verwenden muss, um die Herstellung auszugleichen.

Fazit

Das Plastik-, aber auch das Mikroplastikproblem muss global gelöst werden. Vor allem in den Ländern mit rasant anwachsender Wirtschaftsleistung und Industrialisierung (z.B. China oder Indien), müssen Lösungen gefunden und angewendet werden.

Dies wird, neben dem Klimawandel, eines der bedeutendsten Probleme unserer Zeit, und wir müssen es schnell lösen, bevor Plastik uns verschluckt.

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