Hitlers Machtergreifung

Hitlers Machtergreifung und die 6 Phasen der Apokalypse

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Hintergrund

Hitlers Machtergreifung beginnt schon in den frühen 20er-Jahren. Der Kommunalpolitiker Hitler war nicht sehr bekannt und viel Einfluss hatte er auch nicht.
Doch zusammen mit seinen – in der Ideologie verbundenen – Anhängern, wagte der – als charismatisch wahrgenommene – Adolf Hitler einen Putsch, der das System stürzen und ihn an die Macht bringen sollte.
So kam es also, dass 1923 der sogenannte „Hitlerputsch“ durchgeführt wurde, der allerdings kläglich scheiterte und Hitler sogar für einige Monate die Freiheit kostete. (Jedoch war es eine milde Strafe)
Allerdings hatte es einen Vorteil: Hitler war nun überall bekannt. Er war von einem unbedeutenden Bezirkspolitiker zum Gespräch des Landes geworden.

Als Hitler 1924 aus dem Gefängnis entlassen wurde, fasste er den Entschluss, fortan dem „Legalitätsprinzip“ zu folgen.
Seine Partei und er wollten also legal – durch Wahlen – an die Macht kommen, da sie realisiert hatten, dass Gewalt nicht die Lösung für ihre Ziele war.
Die Partei setzte weniger auf Antisemitismus und mehr auf Hitler als Person, um keine Wähler abzuschrecken.
Die NSDAP wollte also die Demokratie mithilfe der Demokratie abschaffen!

Hitler will eine totalitäre Diktatur erschaffen.

1929 ließ die Weltwirtschaftskrise auch Deutschland nicht verschont. Viele Menschen verloren ihre Arbeit und rutschten unter die Armutsgrenze.
In Zeiten der Krise wenden sich Wähler eher radikaleren Parteien zu, da diese mit Versprechen locken, die wirklich weiter helfen sollen.
So gewinnt die radikale NSDAP an Einfluss und kann eine regelrechte Explosion der Stimmen verzeichnen.
Die in den „goldenen Zwanzigern“ ehemalige Splitterpartei springt von 3% auf 38%.
Alle radikalen Parteien hatten damals zusätzlich bewaffnete Einheiten:

  • KDP (Kommunistische Partei Deutschlands)
  • DNVP (Deutschnationale Volkspartei
  • NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei)
  • Stahlhelm

1932 ist die Krise fast wieder überwunden, sodass die NSDAP auf 32% zurückfällt.
Das hat Hitler so zugesetzt, dass dieser sogar überlegt hatte, sich umzubringen. 1932 gilt als das „Beinahe-Ende-Hitlers“.
Seine Erkenntnis wird auch als „Legalitätskrise“ bezeichnet, da dieser realisiert, dass er legal – also nach dem Legalitätsprinzip nicht an die Macht kommen kann.

Jetzt startet Hitlers Machtergreifung eigentlich erst wirklich.

Hitlers Machtergreifung

Am 30.01 1933 wird Hitler zum Reichskanzler ernannt. Paul von Hindenburg ist Reichspräsident.

Der 27.02 1933 war ein folgenschwerer Tag für die Geschichte der Welt.
Als in Berlin der Reichstag brennt, wird der niederländische Kommunist Van der Lubbe festgenommen und dafür verantwortlich gemacht.
Der Reichstagsbrand diente den Nationalsozialisten als Vorwand für weitere Schritte.

Am 28.02 1933 wird von Paul von Hindenburg der Notstand ausgerufen. Der Reichspräsident erlässt die Verordnung „zum Schutz von Volk und Staat“. Durch die sog. „Reichstagsbrandverordnung“ konnten Bürgerrechte außer Kraft gesetzt und politische Feinde willkürlich verhaftet werden.
In diesem Moment war der Staat allmächtig.

In den folgenden Reichtagswahlen am 05.03 1933 erreichen die Nationalsozialisten nur 43%, sodass Hitler Koalitionspartner braucht, um die absolute Mehrheit zu erreichen.

Dies erreicht er am 21.03 1933 mit dem „Tag von Potsdam“. Hitler gibt sich ganz preußisch-traditionell und schließt sogar einen Vertrag mit dem Vatikan (Reichskonkordat).
Die Sitze der KPD werden einfach annulliert, sodass Hitler doch die Mehrheit hat.

Die NSDAP will am, dass der Reichstag für das „Ermächtigungsgesetz“ stimmt.
Dies besagt, dass die Regierung auch ohne Parlament Gesetze verabschieden kann.
Dafür braucht Hitler eine 2/3 Mehrheit, die er vor allem durch Bedrohung der Abgeordneten bekommt. Während der Abstimmung stehen bewaffnete SA und SS Soldaten im Saal.
Letztendlich bekommt Hitler, was er wollte: Die Selbstentmachtung des Parlaments. [23.03 1933]
Die Gewaltenteilung wurde aufgehoben.

Am 31.03 1933 wurden die einzelnen Länder aufgelöst. Der Föderalismus entwickelte sich zu einem Zentralstaat.
Es gilt nun überall die Reichstagswahl.
Hitler will die Gleichschaltung der Gesellschaft.

Hitler Gleichschaltung der Gesellschaft
Gleichschaltung der Gesellschaft als wichtiges Mittel auf dem Weg zu Hitlers Machtergreifung

Es werden Statthalter eingesetzt und politische Gegner im großen Stil verhaftet.

Im März 1933 fand der „Judenboykott“ statt. Unkoordinierte Angriffe auf Juden durch die SA und eine massive Medienkampagne (Propaganda) wurden vom Staat veranlasst.
Im folgenden Monat stellten sich Mitglieder von Hitler-Jugend und SA vor jüdische Geschäfte und schüchterten Kunden ein.
(Slogan: „Deutsche kauft nicht bei Juden ein!“)

Allerdings waren beide Aktionen ein kompletter Fehlschlag! Die Bevölkerung reagierte irritiert auf Diskriminierung und Gewalt.

Im April 1933 folgt der „Arierparagraph“. Dieser sorgt dafür, dass neue Beamte eingesetzt, Juden ausgeschlossen und Schüler aus Schulen aussortiert werden – vor allem Juden.

  • „Gesetz zu Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“
  • „Gesetz gegen die Überflutung von deutschen Schulen und Hochschulen“

Die Gesetze wurden von der Bevölkerung akzeptiert und oftmals sogar befürwortet, da es nun weniger Konkurrenz gibt (Ausschluss von Juden).

1) Phase: Das „Unangenehm machen“ des Lebens der deutschen Juden, z.B. durch den „Judenboykott“ oder „Arierparagraph“.
Alles war noch planlos und unorganisiert. Es gab viel gesellschaftlichen Druck auf die Juden, aber das Ziel war bis jetzt „nur“, dass die Juden auswandern sollen.
Verdrängung, nicht Vernichtung.
Die planlose Diskriminierung fand ohne richtiges Gesetz statt.

Jüdische Rasse
Einordnung in die „jüdische Rasse“ aufgrund körperlicher Merkmale.

Den 01.05 1933 erklärt Hitler offiziell zum Feiertag. Damit will er sich die Gunst der Arbeiter sichern, da diese bezahlt werden, obwohl sie freihaben.
(Den Feiertag gibt es bis heute.)

Doch am nächsten Tag, den 02.05 1933 zerschlägt die NSDAP dann alle Gewerkschaften.
Jetzt gibt es nur noch die DAF (Deutsch Arbeitsfront).

Er wendet das Prinzip „Zuckerbrot und Peitsche“ an.
Zusätzlich werden Parteien verboten oder zur Auflösung gezwungen. Deutschland wird ein Einparteienstaat.

Am 02.08 1933 stirbt Reichspräsident Paul von Hindenburg. Diese Chance nutzt Hitler und ernennt sich selbst zum „Führer“, was das Amt beschreibt, dass aus Reichskanzler + Reichspräsident entstanden ist.

Den 01.05 1933 erklärt Hitler offiziell zum Feiertag. Damit will er sich die Gunst der Arbeiter sichern, da diese bezahlt werden, obwohl sie freihaben. (Den Feiertag gibt es bis heute.) Doch am nächsten Tag, den 02.05 1933 zerschlägt die NSDAP dann alle Gewerkschaften. Jetzt gibt es nur noch die DAF (Deutsch Arbeitsfront).
Den 01.05 1933 erklärt Hitler offiziell zum Feiertag. Damit will er sich die Gunst der Arbeiter sichern, da diese bezahlt werden, obwohl sie freihaben. (Den Feiertag gibt es bis heute.) Doch am nächsten Tag, den 02.05 1933 zerschlägt die NSDAP dann alle Gewerkschaften. Jetzt gibt es nur noch die DAF (Deutsch Arbeitsfront).

Bis 1935 sollte sich die Gesellschaft an die „neue Behandlung“ der Juden Gewöhnen (z.B. Ausgrenzung aus Vereinen, Schule, Restaurants, usw.). Unterstützt wurde dies durch massive Propaganda.
Doch im September 1935 gibt es die „Nürnberger Gesetze“.
Zwei davon sind besonders „bedeutungsvoll“:

  • „Reichsbürgergesetz“:
    Reichsbürger sind nur noch Menschen mit deutschen oder artverwandten Blutes, die durch Verhalten beweisen, dass sie dazu gewillt und geeignet sind.

„Nicht-Ariern“, aber auch politisch Andersdenkenden werden die Bürgerrechte abgesprochen. Sie sind nun ganz offiziell Menschen zweiter Klasse.
Das Problem ist, dass nicht genauer definiert ist, was „durch Verhalten beweisen“ bedeutet. Die Nazis können also willkürlich behaupten, dass man sich falsch verhält und einem so die Grundrechte entziehen.

  • „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“:
    Ehen zwischen Juden und Nicht-Juden werden auf gesetzlichem Wege aufgehoben; Eheschließungen werden verboten.
Arische Rasse
„Typisch arische Familie“ mit dem Adler der NSDAP im Hintergrund – Propagandaplakat.
Nuernberger Gesetze inPolitics
Die Nürnberger Gesetze waren ein wichtiger „Meilenstein“ für die Nationalsozialisten.

Es soll keine Vermischung arischen Blutes geben.

Auch der Gründungsmythos Deutschlands wurde zu Propagandazwecken entfremdet.

2. Phase: Durch die Nürnberger Gesetze kann der Staat seinen Gegnern nun ganz legal die Grundrechte entziehen, sodass diese ihre Staatsbürgerschaft verlieren.
Die Ausgrenzung erfolgt nun mit Gesetz.
Die Nationalsozialisten schafften sich eine pseudolegitime Rechtsgrundlage für die Judenverfolgung – es war ein Freifahrtschein.

1936/37 finden die Olympischen Spiele in Berlin statt. Das Regime muss vorübergehend sein wahres Gesicht verstecken, da das Ausland nichts von den menschenverachtenden Praktiken mitbekommen darf.
Hitler will sich als „friedlicher Staatenlenker“ präsentieren, um keinen verfrühten Krieg zu riskieren.
Die Außenwelt lässt sich vom „friedlichen“ Deutschland täuschen.

Exkurs: Hitler hasste es, dass es so viele schwarze Gewinner gab. Dies passte nicht in das Weltbild des "arischen Supermenschen".
Deshalb kam er mit folgender "Erklärung":
Schwarze Menschen seien näher mit dem Affen verwandt und dadurch stärker und schneller - weiße Menschen könnten dafür besser denken.
Rassismus Nazi
Rassistisches Plakat, auf dem ein Affe (soll eine schwarze Person darstellen) Saxofon spielt. Zusätzlich trägt er einen Judenstern.

Dies war allerdings fatal für die jüdische Bevölkerung. Dadurch, dass rund um die olympischen Spiele die Beschränkungen gegen Juden gelockert worden waren, trafen viele Juden eine folgenschwere Fehlentscheidung:
Ausreisewillige Juden blieben im Land, da sie dachten, dass das Schlimmste nun vorbei gewesen sein.

1938 folgte ein Wendepunkt: Das Leben wurde für Juden wieder unerträglich, und die Diskriminierung war zurück.

3. Phase: Ab 1938 geht die Auswanderung der Juden den Nationalsozialisten zu langsam. Es gab also eine Fortentwicklung der NS-Politik.
Jüdische Pässe wurden mit einem „J“ gekennzeichnet, jüdische Männer mussten den Namen „Israel“ annehmen – Frauen „Sara“, usw.

Trotzdem war das Ziel immer noch die Vertreibung/Auswanderung der Juden.

Anfang November 1938 gab es ein Attentat auf den Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris – Eduard vom Rath – durch einen französischen Juden, dessen Eltern umgebracht worden sind.

Das war der perfekte Vorwand für die Nationalsozialisten weitere Schritte einzuleiten.
Die NS-Führung war sich einig, dass es etwas Großes braucht, damit auf einmal viele Juden auswandern.
In der „Reichspogromnacht“ am 09/10.11 1938 sollte es eine Art „inszenierte Gewaltwelle“ (genannt: „Gerechter Volkszorn“) geben.

Die Regierung weißt SA und SS Verbände, sowie NS-Ortsgruppen an, zivil gekleidet, gezielt gegen jüdische Einrichtungen vorzugehen.
Die Maßnahmen sollen aussehen wie eskalierte Demonstrationen des Volkes.
Der Feuerwehr und Polizei wurde es verboten einzugreifen.

Die Aktion ging sogar so weit, dass die Feuerwehr nur eingreifen durfte, wenn z.B. das Haus eines Deutschen neben der Synagoge brennt. Das jüdische Gotteshaus durfte nicht gelöscht werden.

Synagogen wurden niedergebrannt, Geschäfte verwüstet und geplündert, jüdische Wohnungen zerstört und jüdische Menschen öffentlich verprügelt.
Intellektuelle Juden wurden verhaftet und teilweise in Konzentrationslager gebracht.

Juden Propaganda
Ein Propagandaplakat des NS-Regimes gegen Juden.

4. Phase: Mit der Reichspogromnacht begann eine staatlich angeordnete Verfolgung. Sie markierte den Übergang zu offener Gewalt und hat den Weg zum Massenmord gelegt.
Trotzdem lief alles noch unsystematisch ab.

Obwohl das Ziel nach wie vor die Auswanderung der Juden ist, stellt die Vernichtung nun durchaus eine Option dar.
Gräueltaten an jüdischen Menschen scheinen nun sogar erwünscht.

Mit dem Überfall auf Polen am 01.09 1939 – gleichzeitig der Beginn des Zweiten Weltkriegs – nehmen die Nazis nun gar keine Rücksicht mehr auf Juden.
Denn umso weiter östlich das NS-Regime vordrang, desto mehr Juden fanden sie vor.

5. Phase: Es folgt nun die „Ghettoisierung“ bzw. die Zeit der Massenerschießungen.
Jüdische Menschen wurden in Stadtviertel – Ghettos – gesperrt, in denen katastrophale Zustände herrschten.

Massenerschiessungen inPolitics
Juden werden bei Massenerschießungen hingerichtet.

Ein anderes Beispiel für den zynischen Umgang der Nationalsozialisten mit Juden, war, dass diese nach einigen Massenerschießungen festgestellt hatten, dass diese zu ineffizient waren.
Es wurde schlichtweg zu viel kriegswichtige Munition verbraucht.

1941 wird das erste Vernichtungslager gebaut.
Ziel eines Vernichtungslagers: „Industrielle Tötung unter völliger Ausnutzung der Arbeitskraft“.

Da der Sieg im Krieg nun immer unwahrscheinlich wurde, sollte zumindest das zweite Kriegsziel – Vernichtung der Juden – noch erreicht werden.

Mit der Wannseekonferenz im Januar 1942 in Berlin wurden von den Funktionären des NS-Staates Leitlinien zur endgültigen Vernichtung aller europäischen Juden erarbeitet. (Vornehmlich außerhalb des „Reichsgebietes“)

6. Phase: Es folgte der Übergang zur systematischen Vernichtung. Alles war ab jetzt geplant. Es wurde akribisch Buch geführt.
Durch das Auswanderungsverbort für Juden war nun klar, dass Auswanderung keine Option mehr war.
Nun stand die industrielle Vernichtung im Vordergrund.

Fazit

Insgesamt war Hitlers Machtergreifung eigentlich eher eine Übernahme oder eine Machterschleichung. Die Propaganda der Nationalsozialisten interpretiert dort hinein, dass die Nazis die Macht gewaltsam an sich gerissen hatten, obwohl sie sich diese eher erschlichen haben.

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