Wahlsystem der USA

Das Wahlsystem der USA – Wie wird man Präsident?

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Das Wahlsystem der USA sorgt immer wieder für kräftig Gesprächsstoff. Zuletzt, als Donald Trump gegen Hillary Clinton gewonnen hat, obwohl er eigentlich weniger Stimmen hatte. Was hat es damit auf sich?

Wie wird man Präsident?

Um überhaupt für das Amt des amerikanischen Präsidenten infrage zu kommen, muss ein passender Kandidat zunächst drei grundlegende Kriterien erfüllen, die in der Verfassung verankert sind:

Der Präsidentschaftskandidat muss…

  • … ein in den USA geborener Staatsbürger bzw. ein amerikanischer Staatsbürger, der außerhalb der USA geboren wurde sein.
  • … mindestens 35 Jahre alt sein.
  • … für mindestens 14 aufeinanderfolgende Jahre in den USA gelebt haben.

Viele Menschen – mit unterschiedlichen und individuellen Ideen bzw. Vorstellungen – wollen Präsident werden.
Diese halten Veranstaltungen ab, um die Aufmerksamkeit ihrer Parteikollegen zu bekommen.
Das Ziel ist es, dass einen die Partei zu ihrem Spitzenkandidaten erklärt.

In einem sog. CAUCUS diskutieren die verschiedenen Parteimitglieder über mögliche Kandidaten.
In einer sog. PRIMARY stimmen sie über den Spitzenkandidaten ab. (= eine Art Vorwahl). Diese parteiinterne Abstimmung findet meist am „Super Tuesday“ statt.

Ob nun CAUCUS, PRIMARY oder beides stattfindet, hängt vom jeweiligen Bundesstaat ab.

Sind die Spitzenkandidaten festgelegt, stellen diese ihre möglichen Vizepräsidenten vor und versuchen – durch öffentliche Auftritte und Kampagnen – die Gunst der Wähler für sich zu gewinnen.

In den USA ist das übrigens besonders teuer. Kandidaten müssen Unmengen an Geld aufbringen, das – unter Umständen – von Sponsoren kommt, die sich dadurch sozusagen die Aufmerksamkeit des möglichen zukünftigen Präsidenten kaufen.
Im Grunde ist es Lobbyarbeit.

Ausgaben Wahlkampf Präsident USA
Ausgaben für die Wahlkämpfe in ausgewählten Ländern im Vergleich (in Millionen Euro)

Republikaner und Demokraten

Das sind die beiden großen Parteien, die bei der Präsidentschaftswahl gegeneinander antreten.

Republikaner

Demokraten

Gründung:

Wappentier:

Parteifarbe:

Politische Einstellung:

Haupt-
themen:


Mitglieder:

1845

Elefant

Rot

Konservativ

Beibehaltung der
Waffengesetze,
JA zur Todesstrafe,
viel Freiheit

Eher ländlich;
oft christlich


Republikaner

1828

Esel

Blau

Liberal

Soziales,
Klimawandel


Urbanisierte
Umgebung;
oft
atheistisch

Demokraten

Das Wahlsystem der USA erklärt

Vereinfacht gesagt wählt das Volk nicht die Partei oder den Kandidaten dieser direkt, sondern stattdessen sog. Wahlmänner und Wahlfrauen.
Diese stimmen dann, im Auftrag der Bürger, für den Kandidaten ihrer Partei.

Das große Problem hierbei ist aber, dass die USA dem Prinzip

„The winner takes it all.“

Deutsch: „Der Gewinner bekommt alles.“

folgen. Das bedeutet, dass die Partei, die in einem Staat die meisten Wahlmänner hat – sprich auch die meisten Stimmen des Volkes – nicht nur die eigenen, sondern auch die Wahlmänner der anderen Partei bekommt.

Insgesamt gibt es 538 Wahlmänner in ganz Amerika, sodass es für einen Kandidaten reicht, wenn dieser 270 Stimmen bekommt. Er ist dann Präsident.

Denn wichtig hierbei ist, dass nicht jeder Staat gleich viele Wahlmänner hat. Die Anzahl dieser richtet sich nach der Bevölkerungsanzahl.

Da es in den USA aber kein Art Einwohnermeldeamt gibt, erfolgt alle 10 Jahre eine Volkszählung (genannt: CENSUS) – die letzte war 2020.

Deswegen fallen große Staaten besonders ins Gewicht.
Zum Vergleich: Die vier bevölkerungsreichsten Staaten (New York, Florida, Kalifornien und Texas) haben 151 Wahlmännerstimmen – die 16 bevölkerungsärmsten 59.

Electoral College

Trump vs. Clinton 2016

Bei Donald Trumps erster Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gab es schon zahlreiche Kontroversen.
Vor allem aber wurde nach und nach deutlich, dass seine Herausforderin Hillary Clinton eigentlich mehr Stimmen hatte.

Sie konnte 66 Millionen Wähler vorweisen, im Vergleich zu Trump, der nur 63 Millionen hatte.
Doch wie war es möglich, dass jemand, der die Mehrheit an Stimmen (genannt: Popular Vote) hat, trotzdem verliert?

Ganz einfach. Wie oben schon erläutert liegt dies an dem System „The winner takes it all.“

Clinton hatte zwar fast drei Millionen Stimmen mehrTrump allerdings übertrumpfte sie mit seinen 304 zu 227 Wahlmännerstimmen eindrucksvoll.

US Wahl 2016 inPolitics

Letztendlich wurde die Wahl wahrscheinlich von nur knapp Hunderttausend Menschen entschieden, was – im Vergleich zu knapp 330 Millionen Einwohnern – erschreckend wenig ist.
(68.236 in Pennsylvania, 11.837 in Michigan und 27,257 in Wisconsin)

Zur Verdeutlichung:
Hier ein fiktives Beispiel zur Veranschaulichung.

Wenn Trump in einem Staat mit 20 Wahlmännern insgesamt 50,2% der Stimmen holt und Clinton die restlichen 49,8%, dann kann man sagen, dass beide Kandidaten fast die gleiche Anzahl an Stimmen – sprich Wählern – hat.
Da Trump aber nun minimal mehr Prozentpunkte hat, erhält er – nach dem „The winner takes it all.“ Prinzip 20 statt eigentlich gerechten 10 Wahlmännern.
Wiederholt sich das in einigen weiteren Staaten, so kann es sein, dass ein Kandidat gewinnt, der eigentlich weniger Stimmen hat.


Er muss nur in den richtigen Staaten knapp gewinnen.

Was Donald Trump mit pädophilen, mordenden Eliten zu tun hat, lesen Sie hier.

Die Haltung der Staaten im Wahlsystem der USA

Die meisten Staaten entscheiden sich traditionell eher für eine Seite.
So gibt es Staaten, die eher republikanisch und andere die größtenteils demokratisch wählen.

Republikanisch wählen meist:

  • Alaska
  • Idaho
  • Kansas
  • Nebraska
  • Oklahoma
  • North Dakota
  • South Dakota
  • Utah
  • Wyoming
  • Alabama
  • Mississippi
  • South Carolina
  • Texas

Demokratisch wählen meist:

  • Illinois
  • Kalifornien
  • Oregon
  • Washington
  • Hawaii
  • New Jersey
  • New York
  • Maryland
  • Connecticut
  • Massachusetts
  • Vermont
  • Rhode Island

Bezeichnet werden diese jeweils als Red Wall und Blue Wall.

Allerdings gibt es auch Staaten, die keine feste Stimme haben, sondern fast jede Wahl anders entscheiden.
Diese sog. Swing States – im Grunde Wackelkandidaten – sind von enormer Bedeutung, da sie teilweise die Wahl entscheiden können.

Swing States

Swing States spielen also im Wahlsystem der USA eine entscheidende Rolle. Dort werden Wahlen gewonnen oder verloren.

Die Staaten können sich bei jeder Wahl neu entscheiden und es ist enorm schwer eine richtige Prognose zu treffen. Das macht die US-Wahl auch so spannend.

Deshalb besuchen die Kandidaten diese Staaten auch besonders oft und veranstalten noch mehr Wahlkampf, als anderswo.

Ohio z.B. dient als guter Indikator für den Sieger, da der Staat seit 1964 immer nur FÜR den Sieger gestimmt hat.

Die Ergebnisse in Swing States sind immer nur knapp auseinander. Meistens machen nur wenige Prozent den Unterschied.

  • Arizona
  • Colorado
  • Florida
  • Georgia
  • Iowa
  • Michigan
  • Minnesota
  • Nevada
  • New Hampshire
  • North Carolina
  • Ohio
  • Pennsylvania
  • Virginia
  • Wisconsin

Probleme mit dem Wahlsystem der USA

  1. Man wählt keine Partei mehr, sondern nur noch den Spitzenkandidaten.
    Anstatt einer Gruppe von Menschen in einer Partei die Entscheidungsgewalt zu übergeben, wählt man einen Akt reiner Selbstinszenierung, durchgeführt von Privatpersonen im Sinne des Wahlkampfes.
  2. Durch die große Schlacht im Wahlkampf rückt der Fokus auf Macht, statt dem Interesse an der Verbesserung allgemeiner Volksbedürfnisse in den Vordergrund.
    Das eigentliche Ziel wird verfehlt.
  3. Kleinere Parteien haben keine Chance.
    Niemand wird kleine Parteien wählen, da sonst die eigene Stimme einfach nicht zählt. Durch das „The winner takes it all.“ System geht man einfach unter – zusammen mit der Partei.

Hier ist ein ergänzender interessanter Artikel dazu.

Fazit

Das Wahlsystem der USA strotzt nur so von Problemen, ist nicht fair und schon gar nicht demokratisch.
Dennoch hat es schon lange Tradition und findet immer am Dienstag nach dem ersten Montag im November (2020: 03.11.2020) statt.

Die Menschen haben sich daran gewöhnt eher einen „Showmaster“ zu wählen, als eine Partei.

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