China und Afrika

China und Afrika – Was das Bündnis so gefährlich macht

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Afrika, das lange ignoriert wurde, erregt nun immer mehr Aufmerksamkeit in der Weltöffentlichkeit. Besonders China zeigt immer mehr Präsenz. Xi Jinping sieht dort einen großen Absatzmarkt, weitreichende Rohstoffvorkommen und einen wichtigen Baustein in Chinas Strategie der weltweiten Expansion und Einflussnahme.

Xi Jinping
Xi Jinping

Win-Win?

Wenn die größte Volkswirtschaft einem aufstrebenden Kontinent hilft und im Gegenzug dafür Rohstoffe und Kunden findet, hört sich das auf dem Papier nach Vorteilen für beide Parteien an.
Oder ist China vielmehr die neue Kolonialmacht in Afrika, die die Menschen nur ausnutzt?

Zum Vergleich:

China

Fläche: 9,6 Millionen km²
Einwohner: 1,4 Milliarden
Wirtschaftswachstum: +6,6%
BIP: 13.610 Milliarden $

China
China

Afrika

Fläche: 30,4 Millionen km²
Einwohner: 1,3 Milliarden
Wirtschaftswachstum: +4%
BIP: 2.400 Milliarden $

Afrikanische Union inPolitics
Afrikanische Union

Ab den 1960er-Jahren investiert China in Infrastruktur und Entwicklungshilfeprojekte in Afrika.
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Chinas im 21. Jhd. erfolgten dann die großen Nettoimporte – vor allem Erdöl – von Afrika ins Reich der Mitte.
Der bodenschatzreiche Kontinent wird zum Lieferanten Chinas.
Im Gegenzug finanziert dieses soziale Projekte und errichtet Großbauten oder Stadien und verkauft der Bevölkerung billige Konsum-/Investitionsgüter. („Made in China“)

Seit 2009 ist China der größte Handelspartner Afrikas (15% des afrikanischen Außenhandels).

Das totalitäre Regime investiert vor allem in Häfen und Eisenbahnschienen, was ihnen selber beim Transport von Rohstoffen hilft.

Chinas Strategie

Um Einfluss in einem afrikanischen Land nehmen zu können, geht der chinesische Staatskapitalismus immer nach dem gleichen Schema vor:

Die China ExIm Bank (Export-Import Bank) bietet der jeweiligen Regierung ein Abkommen an, das diese nicht ablehnen kann.
Kredite zur Finanzierung der Infrastrukturvorhaben gegen den Abbau von Rohstoffen durch chinesische Unternehmen.

Die Abhängigkeit der afrikanischen Länder steigt z.B. mit fallenden Ölpreisen. Das liegt daran, dass das jeweilige Land China sozusagen mit Rohstoffen satt mit Geld bezahlt (für Entwicklungshilfe im Gegenzug).

Des Weiteren fördern Konsumgüter aus China die lokale industrielle Entwicklung (z.B. Textilindustrie).
Für Afrika gibt es erschwingliche Digitalprodukte (vgl. Handys), die bei der Digitalisierung helfen, und für China gibt es neue Kunden, da der eigene Binnenmarkt gesättigt ist.

Allerdings bekommt China dadurch auch viele billige Arbeitskräfte, die die Produktion steigern, was mehr chinesische Unternehmen anlockt, die wiederum mehr billige Arbeitskräfte einstellen.

Afrika ist Teil des chinesischen Plans zur weltweiten Expansion der militärischen, wirtschaftlichen und kulturellen Macht.
Der maritime Teil der neuen Seidenstraße verläuft zum Teil an der Ostküste Afrikas. Und in Dschibuti steht der erste chinesische Militärstützpunkt auf diesem Kontinent. Dies sichert den Zugang zum Roten Meer.

Allerdings nimmt China auch an Friedensmissionen der UN teil. 2.500 Blauhelmsoldaten stellt das autoritäre Regime für Konflikte in z.B. Mali/Sudan zur Verfügung (Größtes Kontingent aus allen Mitgliedern des Weltsicherheitsrates).

United Nations (UN)
United Nations (UN)

Fazit

Obwohl China in Afrika sehr prominent und verbreitet ist, hat es die alten Kolonialmächte noch nicht verdrängt.
Die USA und Großbritannien stehen bei den Direktinvestitionen immer noch weit vor China.
Auch in sprachlicher und kultureller Hinsicht sind die ehemaligen Kolonien Frankreich und Großbritannien überlegen.

Die Frage ist nur, wie lange das noch so bleibt.

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